SPD Landtagsmitglieder besuchen Bodenseekreis zum Thema Aquakulturen

Veröffentlicht am 14.06.2018 in Fraktion

Für die SPD-Fachpolitiker Ländlicher Raum und Verbraucherschutz der SPD-Landtagsfraktion kommen Netzgehege im Bodensee nicht in Frage. Reinhold Gall, früherer Innenminister, machte dies im Gespräch mit Vertretern der Fischerei klar. „Es gibt keine politische Rechtfertigung und schon gar keine rechtliche Grundlage für eine Aquakultur im Bodensee“.

Die SPD-Landtagsabgeordneten hatten sich auf Vermittlung des ehemaligen Landtagskollegen und SPD-Fraktionsvorsitzenden im Bodenseekreis Norbert Zeller zunächst vormittags im Institut für Seenforschung in Langenargen über das Thema Aquakultur informiert.  Dabei betonte der Leiter des Instituts, Harald Hetzenauer, im Beisein der Präsidentin der Landesanstalt für Umwelt, zunächst, dass der Wasseraustausch zwar horizontal gut sei, aber nicht mit den tieferen Schichten erfolge,  was wiederum für den Sauerstoffaustausch wichtig sei. Die relativ milden Winter seien eine Ursache dafür.

Von Seiten des Institutes werden Risiken durch den konzentrierten Fäkalieneintrag und Futterreste gesehen. Lokal am Seeboden würde eine verstärkte Sauerstoffzehrung entstehen. Des Weiteren verwies der Institutsleiter auf die kritischen Stellungnahmen der Internationalen Gewässerschutzkommission Bodensee, u. a.  im Hinblick auf einen Summationseffekt bei einem potentiellen Ausbau weiterer Anlagen. In gleicher Weise hätten sich auch die Wasserversorgungswerke geäußert.

Felchen in Aquakultur werden auch gegen Krankheiten geimpft. Hetzenauer betonte, dass eine Impfung gegen alle Krankheiten jedoch nicht möglich sei. Außerdem verwies er auf die besondere Schutzwürdigkeit und Sensibilität des geplanten Standorts von Netzgehegen im Überlinger See, als FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet.

Die rechtliche Seite sei allerdings ganz klar. In Ziffer 4.5 der Bodenseerichtlinie heißt es eindeutig, dass Netzgehegeanlagen im Bodensee und in seinen Zuflüssen nicht zugelassen sind. Dies sei internationales Recht.  Für die SPD-Abgeordneten ist damit klar, dass ein entsprechender Antrag keine Chance auf Genehmigung hätte.

Beim anschließenden Gespräch in der Fischhalle der Berufsfischer Andreas und Marco Knoblauch in Unteruhldingen wurden die SPD-Politiker in ihrer ablehnenden Haltung durch die Betroffenen selbst bestätigt. Elke Dilger, Vorsitzende der badischen Berufsfischer und ihr bayrischer Kollege, sowie Thomas Lang, Vizepräsident des Landesfischereiverbandes stellen nochmals klar, dass über 90 Prozent der Berufsfischer Aquakultur im Bodensee eindeutig ablehnten. Die unkalkulierbaren Risiken seien für den Wildfisch eine große Gefahr. Lang beklagte zusätzlich den Rückgang an Laichplätzen durch intensive Uferbebauung z. B. von Sportanlagen. Er forderte das Land auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Laichmöglichkeiten der Felchen zu verbessern, statt „billige Produktionsplätze im Bodensee“ für die Nahrungsindustrie zur Verfügung stellen zu wollen. In gleicher Weise betonte Elke Dilger, dass die Menschen am See, Einheimische und Touristen, den Wildfisch als gesundes Nahrungsmittel schätzen und einfordern.

Für die SPD in der Region habe der Schutz des Trinkwasserspeichers Bodensee, von dem über 5 Millionen Menschen leben, höchste Priorität, so die Kreisräte Zeller, Mattes und Wilkendorf. Die ökologischen Auswirkungen von Netzgehegen im Bodensee seinen enorm, weshalb die SPD-Fraktion auch treibende Kraft für eine ablehnende Resolution im Kreistag des Bodenseekreises war.

Die Kommunal- und Landespolitiker der SPD könnten sich lediglich vorstellen, Kreislaufanlagen am See zu erproben. Voraussetzung sei aber, dass kein belastetes Wasser in den  Bodensee gelangen dürfe. Gall: „Ich könnte mir vorstellen, dass das Land dabei Fördermittel zur Verfügung stellt“.

Abschließend forderten die beiden Gastgeber, Andreas und Marco Knoblauch, eine stärkere Mitentscheidung der Berufsfischer ein. Es gelte die tägliche Praxiserfahrung zu nutzen und nicht über die Köpfe der Betroffenen hinwegzugehen.

 

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