Veraltete statt moderner E-Triebwagen auf neuer Südbahn

Veröffentlicht am 01.03.2022 in Aktuelles

Die Fraktion SPD / Die Linke fordert für die Geißbockbahn (BOB) und DB-Regio moderne E-Triebwagen

Die Fahrgäste der Bahn haben es satt, ständig zu hören, was alles nicht geht.

Mit einem Hilferuf hat sich Freddy Pfleiderer, der Friedrichshafener Behindertenbeauftragte, an den Gemeinderat gewandt, weil sich Situation mit den veralteten, im saarland ausrangierten E-Triebwagen der BOB für Rollstuhlfahrer weiter verschlechtert hat. Sie brauchen jetzt einen Hub-Schwenklift, um die Stufe in den Zug zu überwinden. Diesen muss der Lokführer bedienen. Diese Zustiege müssen mindestens 24 Stunden vorher angemeldet. werden.

Schnell wird aus so einer Aktion eine Zugverspätung und im nächsten Bahnhof ruft der Lautsprecher: „Wegen Zustiegs von Rollstuhlfahrern verzögert sich die Ankunft der BOB um ca. 5 min“, und es beginnt für viele das Zittern wegen verpasster Anschlüsse. Vor ähnlichen Problemen stehen auch Eltern mit Kinderwagen, Fahrradfahrer und Menschen mit Rollatoren.

Die gebrauchten, 22 Jahre alten, billigen E-Triebwagen (Typ 425/426) aus dem Saarland, die die Geißbockbahn (BOB) und die DB-Regio angeschafft haben, sind als laute Heuler verschrien, nicht barrierefrei, seien aber angeblich alternativlos

Man könne nur für 4 bis 7 Jahre planen, so die BOB Geschäftsführer Christian Nicke. Um moderne, passende Züge kaufen zu können, müsse man die Fertigstellung von Stuttgart 21 (hierzu gibt es seit Jahren kein zuverlässiges Datum) und zudem noch die Neuordnung und Ausschreibung des Regionalnetzes zwischen Ulm und Lindau durch das Land abwarten. Zusätzlich mit den Lieferzeiten für neue Triebwagen von weiteren drei Jahren könnte das heißen: Liebe Kunden, wartet geduldig bis 2030.

Die Schlagzeile der DB zur Elektrifizierung der Südbahn „Ein neues Zeitalter des Bahnverkehrs in Oberschwaben“ passt nicht zu den Triebwagen, die mit alten Bremsen ausgestattet nur 120 km/h fahren dürfen, weil im Herbst auf schmierigen Gleisen die Bremswege zu lang sind.  

Es gibt eine landeseigene Gesellschaft (Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg SFBW), die für die Betreiber des Schienenverkehrs wie die BOB die Beschaffung der Fahrzeuge übernimmt und sie an diese Verkehrsunternehmen verpachtet. Dieses Modell soll kleine Verkehrsunternehmen im Wettbewerb stärken und für einen sicheren Bahnbetrieb sorgen. Wir fordern die Landesregierung als auch die BOB und DB-Regio auf, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um in naher Zukunft mit Hilfe der SFBW moderne, zuverlässige, barrierefreie Triebwagen zur Verfügung zu stellen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

An die Elektrifizierung der Südbahn sind große Erwartungen verknüpft. Die müssen jetzt auch erfüllt werden.