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Mängel auf der Bodenseegürtelbahn

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Die Mängel auf der Bodenseegürtelbahn werden zwar vom Amtschef des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg nicht bestritten, an eine Neuvergabe der Bodenseegürtelbahn sei im Moment aber nicht gedacht. Diese Antwort erhielt der Fraktionsvorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Norbert Zeller.

In einem Schreiben an den Verkehrsminister hatte er auf die miserablen Zustände der Bodenseegürtelbahn auf Grund einer Testfahrt der SPD und zahlreicher Schilderungen von Bahnbenutzern hingewiesen und auf sofortige Verbesserungen gedrängt.

„Zunächst kann ich bestätigen, dass die von Ihnen geschilderten Mängel (Behängungskürzugen, Instandhaltungsmängel) zutreffen“, so Ministerialdirektor Uwe Lahl. Auch wird unumwunden eingeräumt, dass es insbesondere bei den Triebwagen der Baureihe 650 zwischen Friedrichshafen und Radolfzell „in den letzten Wochen und Monaten aufgrund des hohen Schadstandes“ leider häufig zur Situation kam, „dass die Züge nur aus einem statt planmäßig zwei Triebwagen gebildet wurden“. Das Ministerium habe dabei den Eindruck, „dass hier der Fahrzeugeinsatz von der Leitstelle der RAB auch nicht immer mit dem nötigen Problembewusstsein disponiert wurde“.

Die Probleme mit der neuen Ulmer Werkstatt FIBA wurden von der DB Regio AG in einem Gespräch mit dem Verkehrsministerium und den Fahrgastverbänden bestätigt. Die DB Regio AG lässt die Schadbilder und die Arbeitsprozesse jetzt durch externe Fachplaner begutachten.

Inzwischen hätte die DB Regio reagiert und als Ergänzung morgens zwischen Markdorf und Friedrichshafen zusätzlich einen Gelenkbus in beide Richtungen eingesetzt.

Als absolut unbefriedigend bezeichnet Lahl auch die Situation bei den Neigetechnik-Triebwagen der älteren Baureihe 611. Der Schadstand sei hier so hoch, dass trotz eines im neuen Verkehrsvertrag für das SPNV-Netzt 5 vorgegebenen gegenüber allen anderen Netzen deutlich erhöhten Reservebestands täglich mehrere Leistungen mit nur einem statt wie geplant zwei Triebwagen fahren. Die RAB hat inzwischen ein Ersatzkonzept entwickelt, mit dem der Bedarf der Triebwagen der Baureihe 611 bis Ende April deutlich reduziert werden soll. Stattdessen kämen teilweise Triebwagend er Baureihe 628/629 und auch lokbespannte Wendezüge zum Einsatz. „Die RAB hofft, bis Ende April den Sachstand soweit gesenkt zu haben, dass dann wieder ein planmäßiger Einsatz der Triebwagen der Baureihe 611 bis zu deren Ersatz durch die Baureihe 612 möglich ist.“.

Zeller hatte den Verkehrsminister aufgefordert, wenn nötig und möglich, ein anderes Unternehmen als die DB mit dem Betrieb auf der Bodenseegürtelbahn zu beauftragen. „An eine Neuvergabe der Bodenseegürtelbahn ist im Moment nicht gedacht“, so Lahl. Die Leistungen seien erst vor Kurzem für den Zeitraum ab Dezember 2017 bis Dezember 2023 vergeben worden. Die neuen Verkehrsverträge würden aber bereits empfindliche Kürzungen und Vertragsstrafen für die auf der Bodenseegürtelbahn aufgetretenen Qualitätsmängel vorsehen. So würde nur die tatsächlich gefahrene Kapazitätsklasse bezahlt werden. Dies ist allerdings für die SPD in der Bodenseeregion ein schwacher Trost, da die Bahn es offensichtlich in Kauf nehme, lieber Kürzungen hinzunehmen, statt für eine bessere Qualität zu sorgen. Auch schrecke es die DB offensichtlich nicht ab, eine pauschale Minderung  hinzunehmen, wenn der Zug durch die geänderte Zugbildung überfüllt ist.

„Die SPD im Bodenseekreis und im Landkreis Konstanz ist nicht gewillt länger Zugausfälle, Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit und verschmutzte Züge hinzunehmen“, betonen die SPD-Kreisvorsitzenden Dieter Stauber und Tobias Volz. Für den SPD-Fraktionschef im Bodenseekreis ist das Thema Neuvergabe noch längst nicht vom Tisch. „Schließlich zeigen die Österreicher mit ihrer ÖBB und die Schweizer mit ihrer SBB, wie Bahnverkehr kundenfreundlich betrieben wird. Das sollte der Verkehrsminister ernsthaft im Auge behalten“ , so Zeller abschließend.

Friedrichshafen, 13.03.2017

Norbert Zeller, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Bodenseekreis

 

 

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